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Neuerscheinung: Coaching – mehr als ein Modewort in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik

„Coaching“ ist ein modernes Wort, das immer häufiger in Konzepten der Bildungsträger des AMS genannt wird. Katrin Zechner beschäftigt sich mit dessen Herkunft, Verwendung und oft missbräuchliche Vermarktung. Das Buch ist im LIT Verlag erschienen

"Erwachsenenbildung als „Lösungsmittel“
Sind die Erwartungen, die die Politik gegenüber der Bildung hegt, generell zu hoch gegriffen? Besteht die Tendenz, die Erwachsenenbildung als „Lösungsmittel“ zu missbrauchen? Kann die Erwachsenenbildung arbeitsmarktpolitische Versäumnisse und Fehlentscheidungen auffangen? Angesichts 239.174 arbeitsloser Personen in Österreich im Jahre 2006 und ihren eigenen Erfahrungen in Erstgesprächen mit „schwer vermittelbare Beschäftigungslosen“, geht Katrin Zechner diesen Fragen nach und macht sich auf die Suche nach einer pädagogischen Kompetenz und einer Gesprächskompetenz, die „wirklich“ hilft.

Beratungsgespräch versus Coaching
Zechner verknüpft die Theorie des klassischen Coachings und der konstruktivistisch-systemischen Erkenntnistheorie mit dem Know-how von ExpertInnen des AMS.
„Coaching, im Sinne des klassischen Coachings, unterliegt gewissen Anforderungen in der Umsetzung, die nur bedingt mit der herkömmlichen Beratung konform gehen. Diese Kompetenzen und die entsprechende Aus- oder Weiterbildung müssten von jeder Person, die solche „Coachinggespräche“ führt und leitet, beherrscht und mitgebracht werden.“ ist Zechner überzeugt.

Eigenverantwortung als Erfolgsfaktor
Für das klassische Coaching ist die Eigenverantwortung des Klienten eine zentrale Voraussetzung. Speziell für Beschäftigungslose wäre diese Eigenverantwortung (die echte Motivation, eine Arbeit zu suchen und zu finden) durchaus wünschens- und erstrebenswert. Dem Konstruktivismus zufolge agiert ein Subjekt konstant autonom und versucht in erster Linie, seine Eigeninteressen und Bedürfnisse umzusetzen. Wie also sollte das Coaching Beschäftigungsloser vor sich gehen, um sowohl die Interessen und Bedürfnisse des Kunden als auch die des AMS zu vertreten, ohne das „echte Coaching“ aus den Augen zu verlieren?

ExpertInnen im Blickfeld
Das vorliegende Buch widmet sich vorrangig dem Blickwinkel der ProfessionalistInnen und ihrer Coachingtätigkeit. Im Zentrum steht, ob und wie die ExpertInnen die Auswirkungen und den Einfluss, den der Coachingprozess auf die Zielgruppe hat, in Maßnahmen des AMS erleben, beschreiben und beurteilen.

 

Dr.in Katrin Zechner ist seit 1995 in der Erwachsenenbildung tätig und promovierte 2008 an der Karl-Franzens-Universität Graz. Ihre Schwerpunkte sind Persönlichkeitsentwicklung und Kommunikation. Zechner wurde 2008 mit dem Staatspreis für Erwachsenenbildung in der Kategorie Wissenschaft ausgezeichnet.

 

LIT-Verlag

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